Erica D’Amico, Hikaru Okasabe, Cristian Cucco und Mikayla Lambert

Der Raum

Mit Dance Space Munich hat München endlich einen weiteren Ort für die lokale Tanzszene – in allerbester Lage

München ist eine reiche Großstadt mit exorbitanten Mieten. Das ist für Tanzschaffende aus der freien Szene für den privaten Wohnraum ein Problem und für ihre künstlerische Arbeit ein wahrlich großes Hindernis.

München, 03/10/2026

Dank der gebündelten Initiative von einigen Drahtzieher*innen der freien Szene ist in der teuersten Großstadt Deutschland ein kleines Wunder gelungen. In bester Lage in Schwabing wurde dank Jasmine Ellis von Bad Posture Productions und Bad Lemons Project, David Russo mit TanzQuelle und Simone Schulte-Aladag mit Tina Meß vom Tanzbüro München der Dance Space Munich eröffnet.

Mit diesem Raum, der zuvor als Probenraum für die Schauburg genutzt wurde, steht der Münchner Tanzszene ab sofort ein neuer Ort für Proben, Training, Recherche, Workshops und Vernetzung zur Verfügung. Der selbst renovierte und von Künstler*innen geleitete Raum in der Isabellastraße 14 in Schwabing wurde am 26. September mit rund 100 Gästen aus Politik, Verwaltung und Tanzszene eröffnet. Damit schließt der Dance Space Munich eine lang bestehende Lücke in der Münchner Tanzinfrastruktur, die außer der Tanztendenz in der Poccistraße und den neuen Iwanson Studios kaum mit bühnengroßen Tanzräumen aufwarten kann. Und ein seit Jahrzehnten angedachtes und auch geplantes Tanzhaus ist weiterhin in großer Ferne.

„Das ist eine relativ große Lösung für ein relativ kleines Geld“, wie Mona Fuchs, Zweite Bürgermeisterin und Vorsitzende des Kulturausschusses des Münchner Stadtrats, betonte. Sie würdigte – ganz professionell barfuß auf dem neuen Tanzboden - in ihrer Rede das Engagement der Initiator*innen, die so lange zusammen agierten, bis es endlich klappte. Dass der Münchner Tanzszene gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten ein neuer Ort zur Verfügung gestellt werde, sei ein wichtiges Zeichen. „Ohne Räume kann es keinen Tanz geben“, so Fuchs. 

Simone Schulte-Aladag, mit dem Tanzbüro eine starke Lobbyistin für die Szene, wies in ihren Eröffnungsworten auf die noch fehlende langfristige Förderperspektive hin. Nun gelte es, Kooperationen zu stärken und gemeinsam für den Fortbestand des neu geschaffenen Ortes einzutreten.

Zur Eröffnung wurden nicht nur relevante Reden geschwungen, sondern gleich zwei künstlerische Projekte präsentiert. Auf Einladung von David Russo und Jasmine Ellis probten und experimentierten die Münchner Tanzkünstler*innen Erica D’Amico, Hikaru Okasabe, Cristian Cucco und Mikayla Lambert eine Woche lang im Dance Space Munich zusammen. Das daraus entstandene Kurzstück zeigte, was unter den richtigen Bedingungen möglich ist – nämlich die seit Jahren boomende Szene zu stärken und zu präsentieren. 

Das wollen auch Jasmine Ellis mit dem von ihr und Ray Demski initiierten Fotoprojekt Munich Dance Scene, das zahlreiche Akteur*innen der lokalen Tanzszene porträtiert und damit die Vielfalt der Münchner Tanzlandschaft sichtbar macht. Ein Projekt, das super erfolgreich längst in den sozialen Medien läuft und auf der rückwärtigen Großwand des Studios Teile der Ausstellung zeigen konnte. Ein Coup, weil es den beiden gelang nicht nur die freie Szene und die Netzwerker*innen dieser vor die Kamera zu bekommen, sondern auch Tänzer*innen aus beiden Münchner Ballettkompanien. Zusammenhalt ist jetzt angesagt und das Fotoprojekt wird weitergehen, um damit die Größe und Diversität der hiesigen Szene zu visualisieren, wie Jasmine Ellis betonte. 

Der Dance Space Munich bietet ab sofort Raum für Proben, Training, Workshops und Research Labs. Wie dürfen gespannt sein auf den Output dieses Schubs, den Daniela Rippl, Sabine Busch-Frank und Michael Ott aus dem Kulturreferat und Olaf Kranz von Kreativ München hier geben konnten. Türen auf für neue Projekte!

 

Kommentare

Noch keine Beiträge