Ab durch die Decke
Die beiden Herbst-Matineen der Heinz-Bosl-Stiftung zünden mit einem exzellent einstudierten Programm
Erster Irène-Lejeune-Preis für das Bayerische Junior Ballett München geht an Olja Aleksić
Ein besonderer Moment für den Tanznachwuchs: Erstmals wird der renommierte Irène-Lejeune-Preis an ein Mitglied des Bayerischen Junior Ballett München verliehen – und diese Premiere geht an die junge Tänzerin Olja Aleksić. Die mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung würdigt nicht nur außergewöhnliches Talent, sondern auch Persönlichkeit, Teamgeist und künstlerische Ausdruckskraft – Qualitäten, die Olja Aleksić, so Laudator Ivan Liška, in besonderer Weise verkörpert.
Geboren in Belgrad, begann Aleksić ihre tänzerische Laufbahn an der renommierten Lujo Davičo School, bevor sie beim Belgrade Dance Institute weitere Bühnenerfahrung sammelte. 2022 führte ihr Weg nach München an die Ballett-Akademie der Hochschule für Musik und Theater München, wo sie ihre Ausbildung 2025 erfolgreich abschloss. Seit der Spielzeit 2025/26 ist sie Teil des Bayerischen Junior Ballett München.
Schon während ihres Studiums machte sie im Nationaltheater München auf sich aufmerksam: mit eindrucksvollen Solopartien bei den Matineen der Heinz-Bosl-Stiftung – etwa im gefeierten Duett aus „JIT“ von Kinsun Chan oder als Solistin im „Grand Pas de Hongrois“ aus „Raymonda“ nach Marius Petipa. Zuletzt überzeugte sie mit ihrer intensiven Interpretation von „Devil’s Kitchen“ von Marco Goecke.
Für Irène Lejeune, die den Preis ins Leben gerufen hat, steht Aleksić exemplarisch für eine neue Generation von Künstlerinnen: „Bereits während ihrer Zeit an der Akademie war ihre außergewöhnliche Bühnenpräsenz spürbar. Ihre Entwicklung im Junior Ballett zu verfolgen, ist ebenso spannend wie vielversprechend.“
Auch Liška, künstlerischer Leiter der Kompanie, unterstreicht die besondere Ausstrahlung der Preisträgerin: „Bei jeder Aufführung wird deutlich, wie sehr die Auseinandersetzung mit unserem Repertoire ihre künstlerische Persönlichkeit stärkt. Dieser Preis würdigt nicht nur ihre Leistung, sondern auch die menschlichen Qualitäten, die große Bühnenkunst erst möglich machen.“
Ein Preis mit neuer Ausrichtung
Mit der erstmaligen Vergabe an ein Mitglied der Junior-Company schlägt der Irène-Lejeune-Preis ein neues Kapitel auf. Künftig wird er gezielt junge Tänzerinnen und Tänzer am Beginn ihrer Karriere fördern – ein starkes Signal für die Zukunft des Balletts in München. Seit Jahren engagiert sich Irène Lejeune als Förderin und Botschafterin für die lokale Szene; ihre Initiative gilt als wichtiger Motor für die Entwicklung junger Talente.
Die Verleihung selbst fand im Rahmen der Frühlings-Matinee der Heinz-Bosl-Stiftung am 29. März statt – ein festlicher Anlass, der einmal mehr zeigte, wie lebendig und international die Münchner Tanzlandschaft ist.
Sichtlich bewegt nahm Olja Aleksić, die von ihrer Auszeichnung zuvor nichts wusste, den Preis entgegen und betonte die besondere Rolle ihrer Familie: „Diese Leistung ist vor allem nicht allein meine, sondern gehört in gleichem Maße meiner Familie. Sie war stets meine verlässliche Quelle der Stärke, hat mich bedingungslos und ohne Grenzen durch jede Herausforderung und jeden Moment des Zweifelns unterstützt. Ihr Vertrauen in mich und ihr unerschütterlicher Rückhalt waren das Fundament, auf dem ich meinen Weg aufgebaut habe, und dafür bin ich zutiefst und unendlich dankbar.“
Der Preis markiere für sie nicht nur einen Meilenstein, sondern auch den Abschluss eines prägenden Kapitels – und zugleich den Beginn neuer künstlerischer Herausforderungen: „Dieser Moment inspiriert mich, weiterhin nach Exzellenz zu streben, etwas zurückzugeben und meinen Werten treu zu bleiben.“
Mit dieser Auszeichnung setzt München ein klares Zeichen: Die Zukunft des Balletts gehört den Talenten von heute – und Olja Aleksić ist zweifellos eine von ihnen.
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