Förderpreis Tanz an Stephanie Felber: Zweite Bürgermeisterin Mona Fuchs, Stephanie Felber, Lucy Wilke, Kulturreferent Marek Wiechers

Die Bewegungsforscherin

Förderpreis Tanz an Stephanie Felber im Rahmen des Rodeo Festivals verliehen

Stephanie Felber vertraut der Wahrnehmung. Sie vertraut dem Publikum so weit, dass sie ihm nicht alles abnimmt, sondern ihm die Möglichkeit lässt, selbst wahrzunehmen, zu entdecken, zu erschließen.

München, 18/10/2026

München zeichnet die Choreografin Stephanie Felber mit dem Förderpreis Tanz aus. Die feierliche Übergabe der mit 8.000 Euro dotierten städtischen Auszeichnung fand am 12. Oktober 2026 auf der Bühne des HochX Theater und Live Art statt. Kulturreferent Marek Wiechers überreichte der Münchner Künstlerin die Urkunde für ihre wegweisenden, multimedialen Performances an den Schnittstellen von Tanz, Film und bildender Kunst.

In ihrer feierlichen Laudatio würdigte die Tanzjournalistin und Kuratorin Nina Hümpel das außergewöhnliche Schaffen der Choreografin, die die Münchner Tanzszene seit ihrem Debüt „L´atelier de flanerie“ im Jahr 2015 maßgeblich prägt. Felber gilt in der Szene als „Körperforscherin“, die in ihren Arbeiten den realen, live anwesenden Körper und sein virtuelles Gegenüber gleichberechtigt miteinander verschmelzen lässt.

Die Jury betont in ihrer Begründung Felbers einzigartige Fähigkeit, geteilte soziale Räume zu komponieren und das Publikum aktiv einzubinden. So konnte das Publikum in ihrem Werk „(In)Security“ (2019) eigene Körperreize über Sensoren einspeisen und damit direkter Teil der Vorstellung werden. Mit ihrem Film-Tanz-Abend „Carnal Screen“ (2023) hob sie die etablierten Hierarchien zwischen realen Körpern und virtuellen Bildern auf. Ihre bildstarken Arbeiten werden durch komplexe, (elektro-)akustische Reize zu einem sinnlichen Gesamtkunstwerk vervollständigt. Neben ihren eigenen Projekten choreografiert Felber für das inklusive Ensemble der Freien Bühne München e. V. und ist Mitbegründerin des Kölner DIPHTHONG-Kollektivs.

Derzeit widmet sich die internationale Choreografin und Dozentin im Rahmen eines Stipendiums der Frage, wie sich soziale Umbrüche, Migration und Machtverhältnisse als Spuren in das menschliche Körpergedächtnis einschreiben. Mit dem Förderpreis der Landeshauptstadt München wird eine „unaufgeregte, kollegiale Netzwerkerin“ und ein „unabhängiger Geist“ geehrt, die als echtes Vorbild für die freie Szene gilt.

Neben der Tanz-Sparte wurde am selben Abend auch der Münchner Förderpreis Theater verliehen. Dieser ging in diesem Jahr an die renommierte Schauspielerin und Performerin Lucy Wilke für ihre herausragende Arbeit in der freien Theaterszene und an den Münchner Kammerspielen.

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