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München
MUT ZUR WAHRHEIT
Gute Stimmung bei Sabine Karbs mobilem Tanztheater „Ich war das nicht!“ unter freiem Himmel
Kindheitserinnerungen werden wach - bei Jedem - wage ich zu behaupten, wenn es heißt: „Niemand war es und Keiner hat's gesehen“. Darum geht es in dem etwa einstündigen, kurzweiligen Tanztheater „Ich war das nicht!“, das nicht nur Grundschulkinder anspricht. Geeigneter Aufführungsort dieses mobilen Tanztheaters ist hier der Münchener Arnulfpark vor den Toren der Helmholz-Grundschule aber auch andere Plätze im öffentlichen Raum, die die Zugänglichkeit für ihr Publikum erleichtern.
Bei strahlendem Wetter auf einer Rasenfläche mit Wohnungsteppichen belegt setzen die Tänzerinnen Lisa Lugo, Barbara Galli-Jescheck und Sabine Karb (auch Choreografin) dieses Thema in Szene und sorgen damit auch für Schmunzeln. Verantwortlich für die Musik, einer Soundcollage - mit Münchner Grundschüler*innen - sind Loni und Daniel Lipp. Die Kulisse unter freiem Himmel mit spielenden Kindern hätte nicht passender gewählt werden können. Eindrucksvoll ist dort die harmonische und friedvolle Stimmung, die von diesen Kindern ausgeht, während die Tänzerinnen auf ihren Teppichen Streit und Lüge künstlerisch umsetzen.
Glücklicherweise ist dieses Tanztheater gespickt mit durchaus witzigen Szenen und Situationen, nicht nur, weil die drei Künstlerinnen mit dem Publikum interagieren. Es gibt auch Nebenszenen wie die, wo ein Zuschauerkind von der Deko-Giraffe aus dem „Kinderzimmer“ fasziniert ist und sich kaum von diesem Spielzeug trennen mag. Darüber hinaus zeigen zahlreiche Szenen, wie man seine eigene Schuld und Verantwortung - auch mit Hilfe von Lügen - auf die Andere abwälzen kann.
Zunächst beschuldigen sich nämlich alle drei Tänzerinnen gegenseitig, die Vase oder das Kopfkissen kaputtgemacht zu haben. Doch spätestens, als das Füllmaterial des Kissens den gesamten Teppichboden bedeckt und sich damit das gesamte Zimmer in eine Schneelandschaft verwandelt, sind alle Aggression, Wut und gegenseitiges Belügen vergessen. Selbstvergessen gibt man sich dem Spiel, dem besonderen Schneetreiben hin und dekoriert in diesem Sinne auch Wohnung und Wandgemälde. Wie nach einem Gewitter agieren die Drei glücklich, friedlich und gelöst miteinander, was sich in fließenden und parallelen Bewegungen widerspiegelt.
Das Stück lebt auch von Gestik, von Sprechtheater, von Interaktion mit dem Publikum, von weichen und kontrastreichen Bewegungen, aber ebenfalls davon, dass man - unabhängig ob als Kind oder als Erwachsene(r) - sich in verschiedenen Situationen immer wiederfindet. Vor allem lebt „Ich war das nicht!“ davon, dass man seine Fehler zugeben darf und auch soll. Es macht Mut. Und die Kinder, die mehr davon wollen, dürfen das im Anschluss in Workshops erleben.
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